COMPAS-Studie: Langzeiteffekte einer multimodalen Behandlung von Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Ausgabe: neuro aktuell, 2019, Heft 07, Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG (ISSN 1869-6597)

Insgesamt liefert die COMPAS-Studie [3, 4] solide Evidenz für die Langzeiteffektivität einer multimodalen Therapie von ADHS-Patienten im Erwachsenenalter. Dies ist ausgesprochen wichtig, nicht zuletzt angesichts aktuell steigender Zahlen von erwachsenen ADHS-Patienten, die in Deutschland MPH erhalten [2].Auch anderthalb Jahre nach dem Ende der kontrollierten Studienperiode lassen sich in der COMPAS-Studie signifikante Effekte einer MPH-Therapie in Kombination mit GPT/CM auf die ADHS-Symptomatik nachweisen. Dieser Langzeitnutzen ist einerseits unabhängig von den Folgetherapien. Andererseits sprechen die Ergebnisse der COMPAS-Studie aber auch dafür, dass es Sinn macht, die Indikation für eine MPH-Therapie im Einklang mit Empfehlungen wie jenen des britischen NICE [7] in medikationsfreien Intervallen immer wieder zu reevaluieren. Denn die Patienten mit den insgesamt besten Score-Werten im Langzeitverlauf waren in der COMPAS-Studie jene Patienten, die ursprünglich MPH er-halten hatten und zum Zeitpunkt des Langzeit-Follow-up erneut oder noch MPH einnahmen.

Onlinedatenbank: med-search

Autoren: Prof. Dr. Alexandra Philipsen

Verlag: Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG

Stichworte: ADHS, Pharmaforum, Studie

ISSN: 1869-6597