Erfahrungen mit extrakorporaler Membranoxygenierung

Ausgabe: chirurgische praxis, 2015, Band 80/2, Mediengruppe Oberfranken (ISSN 0009–4846)

Zusammenfassung: In Abhängigkeit des Kanülierungswegs wird zwischen einer VV-ECMO und einer VA-ECMO unterschieden. VA-ECMO ist beim myokardialen Pumpversagen indiziert, gleichzeitig unterstützt sie den Gasaustausch. Eine dringliche Indikationsstellung für VA-ECMO ist beim Herzindex >2,0 l/Minute/m2 KO zu sehen, eine Notfallindikation bei einer kardiopulmonalen Reanimation. VV-ECMO wird bei Patienten mit Lungenversagen eingesetzt, wenn sie keine schwere linksventrikuläre Dysfunktion aufweisen und lediglich eine Unterstützung des Gasaustausches benötigen. Verschiedene akute Erkrankungen, wie Pneumonie, Aspiration, fulminante Sepsis, nekrotisierende Pankreatitis oder Polytrauma, können zu einem schweren Lungenversagen führen. ECMO ist keine kausale Therapie, sondern verschafft wertvolle Zeit zur Heilung der Lunge oder zur Entlastung des Herzens, bis sich das Organ erholt hat, die Implantation eines ventrikulären Unterstützungssystems oder die Transplantation erfolgt. Beim ECMO-Verfahren handelt es sich um ein anspruchsvolles Therapiekonzept. Training, Schulungen und ständige Weiterbildung aller beteiligten Berufsgruppen haben wesentlichen Einfluss auf die Qualität und den Erfolg der Behandlung.

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Autoren: J. SWOL

Rubrik: Chirurgische Grundlagen

Verlag: Mediengruppe Oberfranken

Stichworte: Extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO), veno-venöse ECMO (VV-ECMO), veno-arterielle ECMO (VA-ECMO), Sepsis, hämorrhagischer Schock, Trauma

ISSN: 0009–4846

Institut: Klinik und Poliklinik für Chirurgie des Bundesgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil