Bilastin – ein neues Antihistaminikum

Ausgabe: gynäkologische praxis, 2013, Band 37/1, Mediengruppe Oberfranken (ISSN 0341–8677)

Einleitung: Die Zunahme allergischer Erkrankungen ist ein weltweites Gesundheitsproblem. Schätzungsweise jeder dritte Einwohner westlicher Industrienationen entwickelt im Lauf seines Lebens eine allergische Rhinitis. Auch allergische Hauterkrankungen wie die Urtikaria sind von zunehmender Bedeutung; bei etwa 1,3% der europäischen Bevölkerung entwickelt sich eine chronische Urtikaria. Die Anwendung von Antihistaminika bei der symptomatischen Behandlung allergischer Erkrankungen der Atemwege und der Haut gilt heute als Standardtherapie. Bei intermittierender und persistierender allergischer Rhinitis sind Antihistaminika leitliniengerechte Therapeutika der 1. Wahl. Ebenso erfolgreich werden sie zur Verbesserung der Symptomatik bei chronischer Urtikaria eingesetzt. Vor mehr als 20 Jahren haben nicht sedierende Antihistaminika der 2. Generation wie Cetirizin und Loratadin ältere Substanzen abgelöst, da sie hinsichtlich der Wirksamkeit und Verträglichkeit bedeutende klinische Vorteile boten. Aus der Weiterentwicklung dieser Wirkstoffe gingen moderne Antihistaminika hervor, die zum Teil als sog. 3. Generation bezeichnet werden. Sie zeichnen sich per definitionem durch den spezifischen und potenten H1-Rezeptorantagonismus, Wirksamkeit über 24 Stunden und additive antiallergische Effekte aus, ohne eine Sedierung, kardiotoxische Effekte oder andere Nebenwirkungen, wie Leber- und Nierentoxizität, hervorzurufen. Diese verschreibungspflichtigen Wirkstoffe, wie Desloratadin, Levocetirizin, Ebastin, Rupafin und Bilastin, können somit gegenüber den als Generika verfügbaren älteren Antihistaminika klinische Vorteile bieten. Bilastin wird zur Behandlung des allergischen Schnupfens und der Urtikaria eingesetzt. Es ist selektiv für den H1-Rezeptor, nicht sedierend, nicht kardiotoxisch, hat einen raschen Wirkungseintritt und eine lange Wirkdauer.

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Autoren: L. KLIMEK

Rubrik: Arzneimittel-, Therapie-Kritik

Verlag: Mediengruppe Oberfranken

ISSN: 0341–8677

Institut: Zentrum für Rhinologie und Allergologie