Zusammenfassung: Streptococcus agalactiae (Gruppe-B-Streptokokken, GBS) ist nach wie vor der häufigste Erreger der neonatalen Sepsis. Die Inzidenz der Blut- bzw. liquorkulturpositiven GBS-Erkankungen in Deutschland beträgt 0,47/1000 Geburten. Über 60% der GBS-Erkrankungen manifestiert sich als Frühsepsis (early-onset disease) innerhalb der ersten 24–48 Lebensstunden, teils mit fulminantem Verlauf. Ab dem 7. bis zum 90. Lebenstag auftretende Erkrankungen werden als Spätsepsis (late-onset disease) bezeichnet. Bei einem Großteil der Patienten ist die Spätsepsis mit einer Meningitis assoziiert. Der Beginn einer Spätsepsis ist eher unspezifisch und schleichend. Mindestens 14% aller erkrankten Neugeborenen in Deutschland weisen zum Zeitpunkt der Entlassung Residualschäden auf, etwa 5% nehmen einen tödlichen Verlauf. Die Daten zeigen, dass die neonatale GBS-Sepsis trotz aller Fortschritte in Prävention und Therapie nichts von ihrer Bedeutung für die tägliche Praxis des Pädiaters, der Neugeborene und junge Säuglinge versorgt, verloren hat. Onlinedatenbank: med-search
Autoren: KIRSTEN FLÜGGE und R. BERNER
Rubrik: Geburtshilfe Perinatologie
Verlag: Mediengruppe Oberfranken
Stichworte: Bakteriologie, Serotypen, Inzidenz, Klinik, Frühsepsis, Spätsepsis, Mortalität, Residualschäden, Antibiotika, Prävention, Abstriche bei Müttern
ISSN: 0341–8677
Institut: Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin (Direktor: Prof. Dr. A. SUPERTI-FURGA) des Universitätsklinikums Freiburg