Zusammenfassung: Die pyogene Sakroiliitis ist eine sehr seltene, bakterielle Erkrankung des Sakroiliakalgelenks. Aufgrund meist unspezifischer klinischer Zeichen und Symptome ist die Diagnosestellung schwierig. Die Mitbeteiligung der dem Sakroiliakalgelenk angrenzenden Strukturen ergibt ein breites Spektrum an Differenzialdiagnosen. Besondere Bedeutung kommt einer exakten klinischen Untersuchung zu, da selbst eine Magnetresonanztomographie (MRT) anfänglich ein negatives Bild zeigen kann. Die pyogene Sakroiliitis spricht grundsätzlich gut auf eine antibiotische Therapie an; eine operative Sanierung ist nur vereinzelt nötig. Wir berichten über ein 9-jähriges Mädchen, das mit Hüft- und Abdominalschmerzen vorstellig wurde. Bei Verdachtsdiagnose einer akuten Appendizitis wurde zuerst eine Appendektomie durchgeführt, die jedoch keine Beschwerdebesserung brachte. Nach einer unauffälligen MRT ergab eine Kontroll-MRT 5 Tage später den Befund einer pyogenen Sakroiliitis. Das Kind erhielt eine antibiotische Therapie für insgesamt 3 Monate, wobei 2 Wochen auf die i.v. Antibiose entfielen. Bei regelmäßigen Verlaufskontrollen zeigte sich innerhalb eines halben Jahres eine vollständige Heilung ohne bleibende Bewegungseinschränkung oder Beschwerden. Onlinedatenbank: med-search
Autoren: M. HÖDL, S. KARGL undW. PUMBERGER
Rubrik: Infektionen Notfälle Vergiftungen
Verlag: Mediengruppe Oberfranken
Stichworte: Sakroiliitis, infektiöse Arthritis, Symptomatik, diagnostische Bildgebung, Therapie
ISSN: 0030–9346
Institut: Abteilung für Kinder- und Jugendchirurgie (Leiter: Prim. Univ.-Doz. Dr. W. PUMBERGER), Landes-Frauen- und Kinderklinik Linz