Der große Wandel – Phasen des Sterbeprozesses

Ausgabe: CO.med, 2014, Heft 10, Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG (ISSN 0949-2402)

Der Tod wird in den westlichen Gesellschaften immer noch weitgehend als Tabuthema betrachtet, das Sterben hauptsächlich als angstbesetzter, leidvoller und – auch für Angehörige und Begleiter – schmerzhafter Prozess, den man lieber verdrängt oder in die Anonymität der Krankenhäuser verlagert. Dies hängt mit einer großen Bedrohungsangst der eigenen physischen Existenz und der Angst vor endgültiger Vergänglichkeit zusammen, aber auch einer traditionell naturwissenschaftlichen, ausschließlich am direkt Sichtbaren orientierten und mechanistischen Sichtweise des menschlichen Körpers und seiner Gebrechlichkeit. Infolgedessen wird das Sterben weitgehend aus dem Bewusstsein verdrängt, man vermeidet – wenn möglich – den Kontakt mit Sterbenden, und wenn diese Situation im eigenen familiären Umfeld unvermeidlicherweise passiert, kann man mit der Situation und dem Empfinden des Sterbenden und dem Vorgang des Sterbens nicht in der richtigen und angemessenen Weise umgehen.

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Autoren: Dr. phil. Reinhard Müller

Rubrik: Geriatrie

Verlag: Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG

Stichworte: Altern, Sterbeprozess

ISSN: 0949-2402