Männerdepression | CO.med Band: NaN

: Auch wenn der „Männer“-Songtext von Herbert Grönemeyer bereits 32 Jahre alt ist, hat er doch wenig an Aktualität eingebüßt. Bis heute existiert ein antiquiertes Rollenbild, das es Männern schwer macht, sich Schwäche einzugestehen, über Gefühle zu reden und die Rolle des „starken Mannes“ abzulegen. Noch immer haben sie viel größere Schwierigkeiten als Frauen, offen über das zu sprechen, was sie wirklich bewegt. Vermutlich liegt das vor allem daran, dass Frauen ihre Schwächen viel eher zeigen dürfen als Männer, von denen noch immer erwartet wird, dass sie ihre Probleme irgendwie selbst in den Griff bekommen. Die Männer, mit denen wir für unseren Ratgeber über Depressionen gesprochen haben, berichteten uns von den schlechten Erfahrungen, die sie machten, wenn sie sich trauten, über ihre depressiven Gefühle zu sprechen. Einige wurden deshalb ausgegrenzt, verloren den Job oder wurden von ihren Partnerinnen fallen gelassen. Vielleicht zögern viele von ihnen aus Angst, dass es ihnen genauso ergehen könnte, lange, bis sie sich anderen anvertrauen. Vermutlich ist die Dunkelziffer für Depressionen bei Männern sehr viel höher als bei Frauen.

Autoren: Sandra Maxeiner und Hedda Rühle
Weitere Informationen: Gendermedizin, Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, med-search, Gendermedizin
ISSN: 0949-2402
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