Das Elend von Vergiftungen | CO.med Band: NaN

: Es ist unzweifelhaft, dass das Pferd Schmerzen in den Hufen hatte. Aber differentialdiagnostisch sind eine vernünftige Anamnese und ein klares, voll ausgebildetes Krankheitsbild das A und O für eine erfolgreiche Therapie. Ich will auch gar nicht bestreiten, dass es hart an der Grenze war, das Pferd zu behandeln und nicht zu erlösen. Das Tier hat so sehr gekämpft, dass ich nicht sehen konnte (und vielleicht auch nicht wollte), dass es besser sei, das Pferd einschläfern zu lassen. Zudem wollte die Besitzerin ihr Pferd unbedingt retten. Ich denke noch immer, dass wir hier von Vergiftungen ausgehen können, da eine Rehe als herausragendes Merkmal eine Sägebockstellung mit sich bringt und keine Lähmung der Hinterhand. Manches Mal ist es eben auch wichtig, sich nicht verunsichern zu lassen und seinen Weg zu gehen. Es war sicher auch die Summe der Vorfälle. Alle Tiere zeigten unspezifische Krankheitsbilder, die man zwar auch mit anderen Erkrankungen erklären kann; aber es fehlten in jedem Fall Symptome, die ein schlüssiges Krankheitsbild darstellen konnten. Bei sämtlichen mir vorliegenden Videos ist es hingegen charakteristisch, dass die Pferde Kolik-Anzeichen, ataktische Bewegungsabläufe und eine völlig verhärtete Rückenmuskulatur zeigten. Die Art und Weise, wie die Aufnahme erfolgt ist, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Auffallend war aber, dass zumindest die Stute sich vermehrt an der Kruppe kratzte und das Fell dort merklich verändert war. Es wurde mit Seifenwasser mehrfach abgewaschen. Es geht hier auch eine 1%-ige Sodalösung. Die Besitzerin ist glücklich und hat viel Freude an ihrem Pferd. Die Stute ist seit Anfang 2016 symptomfrei und zeigt auch keine Lahmheit mehr. Die Hufpflege in sehr kurzen Abständen zahlt sich aus, und auch auf den Röntgenbildern ist eine deutliche Verbesserung zu sehen. Der linke Huf ist noch deutlich auffällig, es ist aber davon auszugehen, dass sich auch hier weitere Verbesserungen einstellen. Die Hufform ist nun an beiden Hufen unauffällig.

Autoren: Agnes Dittus
Weitere Informationen: Tierheilkunde & Tierhomöopathie, Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG, med-search, Tierheilkunde & Tierhomöopathie
ISSN: 0949-2402
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