Angeborene Herzfehler (CHDs) sind die häufigste angeborene Fehlbildung bzw. Anomalie bei Neugeborenen. Sie weisen in Europa eine, über die Jahre 2010−2018, durchschnittliche Prävalenz von 79,5 von 10.000 Geburten auf. Die Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung von CHDs sind multifaktorieller Genese und sind noch nicht vollends erforscht. In der Literatur gibt es Hinweise auf einen risikoreduzierenden Effekt für das Auftreten von CHDs bei Kindern, wenn die Mutter während der Schwangerschaft Folsäuresupplemente eingenommen hat. Zur Überprüfung eines Zusammenhangs zwischen Folsäuresupplementation bei der Mutter und dem Risiko für das Auftreten von CHDs bei dem Kind wurde ein systematischer Review und eine anschließende Metaanalyse durchgeführt. Die Literaturrecherche ergab 43 Studien für die Hauptanalyse mit insgesamt 34.743 Probanden mit CHDs und 937.425 ohne CHDs. Die Analyse ergab ein 18 % niedrigeres Risiko von CHD bei mütterlicher Einnahme von folsäurehaltigen Supplementen (geschätzte Gesamteffektgröße: 95%-KI = 0,82; 0,74–0,89). Zusammenfassend stellt die mütterliche Supplementation von Folsäure einen potenziellen günstigen und sicheren Ansatz in der Risikoreduktion von CHDs dar. In Bezug auf das Risiko für CHDs, bleibt jedoch offen welche Frauen von Folatsupplementation besser profitieren könnten. Wegen der evidenzbasierten Rolle von Folat für die Prävention von Neuralrohrdefekten, sollte auf jeden Fall Folatsupplementation vor der Schwangerschaft und im ersten Trimester weiterhin praktiziert werden. Onlinedatenbank: med-search
Autoren: J. Hans, H. Abdul-Khaliq, R. Obeid
Rubrik: Schwangerschaft
Verlag: Mediengruppe Oberfranken - Fachverlage GmbH & Co. KG
Stichworte: angeborene Herzfehler, CHD, Folat, Folsäure, Neuralrohrdefekte, NTD
ISSN: 0179-9185